Weniger ist mehr

Wir leben in einer Konsumgesellschaft mit unendlich vielen Möglichkeiten: Wir shoppen online und offline, sammeln Information und Facebook Freunde. Wir bekommen alles was wir wollen und wann wir wollen und haben beinahe unbegrenzten Zugang zu Wissen. Alles im Hier und Jetzt – immer und überall: Das ist der NOWism. Aber ist so ein stetes Übermaß an Allem sinnvoll? Können wir in diesem riesigen Angebot und den ganzen Informationen überhaupt Relevantes von Unwichtigem unterscheiden?

Den Gegenentwurf liefern uns sogenannten Minimalisten. Menschen, die das „Zuviel“ aus ihrem Leben streichen. Solche Leute schwimmen gegen den Konsum-Strom und versuchen mit so wenig wie möglich auszukommen. Sie schaffen sich Raum, um Dinge klarer zu sehen, haben mehr Zeit und fühlen sich befreit.

Das Problem ist aber nicht allein das Zuviel an sich. Kennt man sich aus und weiß was man will, ist es sogar gut eine große Auswahl zu haben. Sowas vermittelt ein Gefühl von Wahlfreiheit. Kennt man sich dagegen nicht aus und ist der Bereich undurchsichtig, ist man schnell überfordert. Im Supermarkt gibt es zum Beispiel oft über 500 Weinsorten. Bin ich ein echter Weinkenner, ist das gut. Wenn nicht, habe Schwierigkeiten aus der großen Menge auszuwählen.

Ein „Zuviel“ kann auch beim Lernen negative Auswirkungen haben. Wenn wir zum Beispiel einen Vortrag über ein komplexes, uns unbekanntes Thema hören und zu viele ungeordnete Informationen erhalten. Unser Gehirn ist von den neuen Reizen überfordert. Es ist ineffizient, mit Informationen vollgestopft zu werden, die man nicht begreift. Je mehr es sind, desto schwieriger ist dann das Wahrnehmen und Verarbeiten. Schnell kommen wir an den Punkt, an dem die Konzentration nachlässt und der Information-Overload erreicht ist. Wir schalten ab und gehen „offline“.

„Weniger“ ist dann oft „Mehr“, wenn Inhalte kurz, prägnant und leicht verständlich dargestellt werden. Das Ganze ist bereits bekannt als „Pareto-Prinzip“ oder „80/20-Regel“. Das japanische Sprichwort, das „Hara Hachi Bu“, greift genau dieses Thema auf. „Acht Teile von zehn voll“ meint im Endeffekt nichts anderes, als dass ein richtiges Maß an allem zu mehr Lebensqualität führt. Es rät dazu, sparsam und effektiv zu sein und so erfolgreicher zum Ziel zu kommen.

Die Devise der simpleshow ist: „Keep it simple“. Nur so wird Informationsvermittlung nachhaltig gefördert und die Informationen bleiben im Gedächtnis. Details sind oft nicht so relevant, wie es zunächst scheint. Es müssen nicht alle Aspekte vorgetragen werden, um eine vollständige Präsentation des Sachverhaltes zu liefern. Denn mehr als 80% des Inhalts bleiben oft gar nicht hängen. Hilfreicher ist, dem Zuhörer gerade so viel mitzuteilen, dass er neugierig ist und so angeregt wird, sich vertiefende Infos zum Thema selbst suchen zu wollen.

Wir können uns von der japanischen Lebensdevise und den Minimalisten sicherlich einiges abschauen. Es gibt viele Bereiche im Leben, in denen es hilfreich ist, ein Zuviel zu vermeiden und die 80%-Formel der Japaner zu befolgen.

Wann ist es euch schon einmal so gegangen? Schreibt uns gern eure Erfahrung, entweder hier unten oder direkt auf Facebook, oder Google+. Wir freuen uns auf eure Kommentare!

Euer simpleshow -Team.

(Biggi)



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