Digitales Training für das digitale Zeitalter

Mit dem 25. Jahrestag des Internets im März 2014 beginnen so langsam die ersten Digital Natives ihr Arbeitsleben. Dies bringt eine Reihe an Herausforderungen für die betriebliche Aus- und Weiterbildung mit sich. Der E-Learning-Bereich verfügt zwar über die meisten Möglichkeiten zur Lösung dieser Aufgabe, doch sind sich E-Learning-Experten nicht einig, wie der bestmögliche Wissenstransfer erreicht wird. Zurzeit wird alles in Frage gestellt: von der Länge der Lerneinheiten und dem Medium an sich bis hin zu den Grundlagen für erfolgreiche Schulungen. Denn für E-Learning reicht es natürlich nicht, Tafeln und Bücher durch PowerPoint-Präsentationen und PDFs auszutauschen. Heutige Lerner sind grundsätzlich ungeduldiger und durch Reizüberflutung geprägt, ihre Aufmerksamkeitsspanne ist damit deutlich kürzer. Lernmaterialien und Unterrichtsstrategien müssen mit diesen neuen Anforderungen mithalten.

Das simpleshow-Team hat dieses Jahr drei große Schulungs- und Weiterbildungskonferenzen besucht – die LEARNTEC in Karlsruhe, die Swiss Professional Learning in Zürich und die Learning and Development Show in London. Wir haben uns deswegen intensiver mit Fragestellungen zu diesem Thema auseinandergesetzt. Wie passt E-Learning in den heutigen Arbeitsalltag? Und wie können Schulungen sowohl Unternehmensziele als auch gestiegene Lernansprüche befriedigen?

Lange Rede oder kurzer Sinn?

Grundsätzlich können Unternehmen zwischen zwei Strategien für ihre Mitarbeiterschulung wählen: Lang und detailliert oder kurz und schmerzlos. In der ersten Option werden neue Teammitglieder in umfangreichen und zeitintensiven Kursen ausgebildet. Auf den ersten Blick scheint sich dieser Aufwand langfristig auszuzahlen. Denn je schneller neue Mitarbeiter ihre Aufgaben bewältigen, desto schneller werden sie produktiv und können Profit erwirtschaften. Oder?

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Das könnte man vermuten. Aber wie viele Informationen kann sich ein Mitarbeiter in den ersten Tagen oder Wochen im neuen Job merken? Und an wie viele Details wird er oder sie sich erinnern? Wenn man diese Fragen ehrlich beantwortet, liegen die Vorteile einer intensiven Einarbeitung oder Weiterbildung nicht mehr so klar auf der Hand. Durch den hohen Aufwand an Arbeitsstunden ist diese Variante nicht nur kostspielig. Sie überschüttet zudem den neuen Mitarbeiter, der sich schnell in den neuen Arbeitsalltag einleben will, mit vielen Informationen. Außerdem können Neue später ihr Wissen nicht mehr aufzufrischen oder vergessene Informationen nachlesen.

Die zweite Option („kurz und schmerzlos“) vermittelt Inhalte in kleinen Lerneinheiten, auf das Wichtigste reduziert. Diese Variante wirkt zwar weniger gründlich, bietet aber enorme Vorteile und passt zu den Gewohnheiten der meisten Menschen. Durch das Internet ist die ständige Verfügbarkeit von Informationen selbstverständlich geworden – kontinuierlich suchen Menschen online aktiv nach Antworten. So googeln wir z.B. die Biographie unseres Lieblingsschauspielers, informieren uns auf Wikipedia über Hintergründe zu aktuellen Nachrichten oder schauen auf YouTube Tutorials zum Reifenwechsel. Es gibt keinen Grund, warum wir dieselben Prinzipien nicht auch am Arbeitsplatz anwenden können. Indem wir Informationen filtern und in kleine, leicht zu verarbeitende Portionen strukturieren, können wir Mitarbeitern Mittel an die Hand geben, mit denen sie sich selbst weiterbilden können.

Lehren vs. lernen

Wenn diese Idee die Verantwortlichen für Mitarbeiterschulungen oder Personalentwicklung verängstigt, ist das verständlich. Die Verantwortung an den Lernenden zu übertragen ist eine große Veränderung. Natürlich sind Lehrende zu Recht stolz darauf, dass sie ihren Kollegen beibringen können, effizient und zielorientiert im Team zu arbeiten. Die Fähigkeiten und Kenntnisse, die sie vermitteln, liefern wertvolle Beiträge zum Unternehmenserfolg. training_teach_woman_simpleshow_e-learning4

Doch Bildung und Lernen haben noch nie nur über Einwegkommunikation und Frontalunterricht stattgefunden, warum sollten sie es heute? Laut Studien zum Wissenstransfer am Arbeitsplatz haben selbstbestimmtes Lernen und das Vermitteln von Soft Skills untereinander schon immer eine führende Rolle in der Personalentwicklung gespielt. Diese natürlichen Prozesse finden in jedem Unternehmen statt. Moderne E-Learning-Methoden unterstützen sie, in dem sie die Verbreitung von Expertise lenken und verstärken. Sicherlich bedeutet dies, dass die traditionelle Rolle des Ausbilders kleiner wird, aber zum Glück gibt es noch viele andere bereichernde Aufgaben. Die wichtigste Herausforderung in der Mitarbeiterschulung des 21. Jahrhundert ist es, Wissen zu filtern, zu bewerten und zu strukturieren.

Im “Microlearning” geht es nicht darum, einfach die Gesamtheit des Stoffes in kleine Häppchen zu teilen, es geht vielmehr darum, die Informationen im Vorfeld zu bearbeiten und auf das zu beschränken, was die Zielgruppe wissen muss, und ihr somit eine „mundgerechte“ Portion anbieten zu können. Das Praktische daran: Durch die kleinen Dosen an Informationen kann eine Lerneinheit beispielsweise zwischen zwei Aufgaben gestartet und das Erlernte sofort angewendet werden. So steigt die Lernkurve exponentiell an.

Wir bei simpleshow haben in den vergangenen sechs Jahren gelernt, dass einfaches und kurzes Erklären eine hart erarbeitete Fähigkeit ist, die sich durch viele  Vorteile auszahlt. Das Tolle an neuen Lehr- und Lerntechnologien wie Erklärvideos, Demovideos, Screencasts, Wissensdatenbanken oder sozialen Unternehmensnetzwerken ist: Sie erhaschen die Aufmerksamkeit des Benutzers in dem Moment, in dem er an einem bestimmten Thema interessiert und zugleich aufmerksam ist – mit anderen Worten: Genau dann, wenn der Nutzer lernen möchte.

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Sobald aussagekräftige und prägnante Inhalte erstellt wurden, die z.B. Unternehmensprozesse und -systeme erklären, können Mitarbeiter jederzeit auf die wertvollen Inhalte zugreifen. Da regelmäßig wiederkehrende Trainingssitzungen entfallen, hat der Lehrende nun Zeit, dokumentiertes Wissen des Unternehmens aufzunehmen und zu bearbeiten.

Der optimale Mix

Wir glauben, dass der beste Ansatz wie so oft der Mittelweg ist – in diesem Fall ein Mix verschiedenster Formate und Techniken: analog und digital, Top-Down und Bottom-Up, Push und Pull, Bild und Ton, Text und Video. Natürlich ist ein durchdachter Einarbeitungsprozess für neue Teammitglieder essentiell, aber Unternehmen sollten nicht die Macht der guten alten Neugier ihrer talentierten Mitarbeiter unterschätzen.

Du bist interessiert an E-Learning-Videos? Kontaktiere uns für Referenzclips!

Viele Grüße vom simpleshow-Team

(Jake)



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